Mould King bei MisterBrixx – was noch im Sortiment ist und was dahintersteckt

Mould King hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Wer die Marke kennt, kennt sie aus besseren Zeiten: riesige Raumschiffe aus einem galaktischen Fernuniversum, das Schloss das so aussieht wie das bekannteste Märchenschloss der Welt, die schräge Einkaufsgasse mit dem schiefen Pub. Das war die Hochzeit – spektakuläre MOC-Sets, die sich kein anderer Hersteller getraut hat. Dann kam der Druck von LEGO, dann kamen Razzien in chinesischen Fabriken, und damit war das alles vorbei.

Was bleibt, ist ein Sortiment, das ich ehrlich und kritisch betrachte – und das ich im Laufe der Zeit erheblich eingedampft habe.

Was die Community sagt – und was das bedeutet

In deutschsprachigen Klemmbaustein-Foren taucht Mould King in Jahresrückblicken für 2025 fast nur noch im Zusammenhang mit einem einzigen Set auf: dem riesigen Wüstenfahrzeug aus dem galaktischen Fernuniversum mit über 13.000 Teilen. Jemand, der es 2025 noch baut und lobt, lobt damit eines der letzten Sets der alten Ära – kein Zeichen für Aufbruch, eher ein Abgesang.

Die Kritik an aktuellen Sets ist konsistent: Anleitungen die schwer lesbar sind, Kabelmanagement das fehlt, Teile die angebrochen ankommen, Support der nicht antwortet. Das sind keine Einzelfälle – das ist ein Muster, das sich durch aktuelle Bewertungen zieht. International wird Mould King noch als Technik-Alternative zu LEGO wahrgenommen, wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses bei motorisierten Sets. Im deutschsprachigen Raum ist die Ernüchterung größer, weil hier die Fallhöhe größer war.

Das Problem mit motorisierten Sets

Wer ein motorisiertes Mould-King-Set baut, stellt irgendwann fest, dass die Bauanleitung eine wichtige Information schuldig bleibt: wo die Kabel verlegt werden sollen. Kein Kabelmanagement, keine Führungshinweise, keine Markierungen. Man verlegt sie nach bestem Wissen, baut 40 Schritte weiter und stellt fest, dass ein Liftarm nicht mehr drüber passt – weil das Kabel einen halben Millimeter zu dick liegt. Also alles zurück. Neu verlegt. Weitergebaut. Gleiches Problem, andere Stelle.

CADA macht das besser. Lumibricks macht das besser. Sogar LEGO macht das besser. Mould King nicht – und das seit Jahren nicht.

Dazu kommen Fehlteile. Nicht gelegentlich, sondern regelmäßig. Manchmal fehlen einzelne Teile, manchmal ganze Tüten. Ersatzteile aus China zu organisieren dauert anderthalb bis zwei Monate. Das ist für einen Händler mühsam, für einen Kunden schlicht unzumutbar.

Das erklärt, warum ich bei Mould King selektiv geworden bin.

Was ich noch empfehle

Die Mobilkrane 17007 und 17008 nach dem Vorbild des gelben Marktführers aus Ehingen sind die überzeugendsten Sets, die Mould King je gebaut hat. Imposant, detailreich, und das Community-Review bestätigt: Steine gut, Konstruktion solide, Kabel und Schläuche im Oberwagen ordentlich versteckt. Wer sich auf den Bau einlässt und YouTube-Reviews zur Vorbereitung nutzt, bekommt ein beeindruckendes Ergebnis. Das sind die Sets, für die Mould King in der Szene bekannt wurde – und die diesen Ruf noch heute rechtfertigen.

Im Militärbereich führe ich den CJ-10 Marschflugkörper (20008), den Bergepanzer-Kran (20009), den Tatry Kolos 8x8 (20040) und den Raketen-LKW 20045. Alle vier sind vollmotorisierte RC-Sets – genau die Kategorie, bei der Mould Kings fehlendes Kabelmanagement am meisten schmerzt. Wer diese Sets baut, sollte sich vorher YouTube-Reviews ansehen und Zeit einplanen. Das Endergebnis ist beeindruckend. Der Weg dahin weniger.

Aus der Fahrzeugsparte sind der Pneumatic Tractor Truck 19015 samt Anhänger und der Geländewagen 13068 dabei. Ordentliche Sets, faire Preise, keine bösen Überraschungen bisher.

Für Eisenbahnfans: Die SD40-2 Diesellokomotive (12027), die HXN3 (12026), der Urban Railcar (16052) und der Bahnhof 12011 sind im Sortiment. Eisenbahn ist bei Mould King eine der verlässlicheren Sparten – weniger Motorik-Komplexität, überschaubareres Kabelaufkommen. Allerdings zeigen auch hier Community-Berichte, dass ambitioniertere Lokomotiven im Betrieb auf normalen Anlagen Probleme machen können.

Dazu noch ein paar Spezialitäten: die V8- und V12-Motorbausätze als Ausstellungsstücke, der mittelalterliche Leuchtturm 16055 und der Zubehörladen 16038. Beim Zubehörladen lohnt sich ein Blick für alle, die die Geschichte kennen: Es ist das letzte verbliebene Set aus der schrägen Einkaufsgasse, die Mould King mal zu einer der aufregendsten Klemmbausteinmarken überhaupt gemacht hat. Alle anderen Sets dieser Reihe sind längst weg. Der 16038 ist noch da – für Sammler der alten Schule ein kleines Stück Geschichte.

Fazit

Mould King lebt von einer Reputation, die auf Sets basiert, die es nicht mehr gibt. Die Marke hat nach dem Wegfall der großen Franchise-Reihen kein neues Alleinstellungsmerkmal aufgebaut – was bleibt, ist ein Sortiment aus generischen Technik-Sets, Militärfahrzeugen und Eisenbahn, das mit anderen Herstellern im harten Preiskampf steht.

Trotzdem gibt es Sets, die ich guten Gewissens empfehlen kann – vor allem dort, wo die Konstruktion ausgereift ist und der Bau Spaß macht. Wer Technik mit wirklich durchdachter Anleitung und Kabelmanagement will, schaut besser bei CADA. Wer maritime Sets oder Sci-Fi sucht, ist bei Reobrix besser aufgehoben. Und wer Licht im Set will, landet bei Lumibricks.

Mould King hat seinen Platz – aber nicht mehr den ersten.

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