Warum ich Amazon ausprobiert habe – und warum ich es nicht wieder tun werde

Lumibricks klagt gerade gegen Amazon vor dem Landgericht Hannover. Das berichtete der YouTube-Kanal Johnny's World am 10. April 2026 und dokumentierte dabei: Produkte gesperrt, FBA-Ware eingefroren, Lagerkosten laufen. Kein Grund genannt. Kein Gesprächspartner. Der ursprünglich für den 20. April angesetzte Verhandlungstermin wurde abgesagt – wegen Klageerweiterung, bestätigt im deutschen Händlerforum sellerforum.de. Was das für den Fall bedeutet, bleibt abzuwarten. Was es bedeutet, wenn ein einziger Konzern entscheidet, ob du heute noch verkaufen darfst oder nicht, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ich war selbst kurz auf Amazon. Ich habe es abgebrochen. Und ich werde es nicht wiederholen.

15 Prozent auf den Bruttopreis

Amazon veröffentlicht seine Verkaufsprovisionen öffentlich in seiner Seller Central Dokumentation. Im Spielzeugbereich beträgt die Provision 15 Prozent – auf den Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer. Wer das auf den Nettopreis umrechnet, landet bei knapp 17 Prozent. Auf jeden Euro, den ein Kunde zahlt, gehen also rund 17 Cent direkt an Amazon. Das wird eingepreist, weil es eingepreist werden muss. Wer auf Amazon kauft, zahlt diese Provision mit – ohne es zu wissen, ohne gefragt worden zu sein.

Das ist kein Geheimnis. Aber es lohnt sich, es einmal klar auszusprechen.

Der Name, der mir nicht gehört

Mould King ist eine chinesische Marke. Ich habe direkt beim Hersteller bestellt, Originalware, Originalverpackung, alles regulär. Ich wollte die Sets auf Amazon anbieten und sie dabei so nennen, wie sie heißen: Mould King 17007, Mould King 17008 und so weiter.

Amazon hat das verhindert. Nicht weil ich keine Genehmigung hatte – ich besitze eine schriftliche Bestätigung von Mould King, dass ich ihre Produkte auf meiner eigenen Plattform unter ihrem Namen anbieten darf. Das Problem war ein anderes: Eine chinesische Firma hatte sich den Namen „Mould King" in Amazons eigenem System, der sogenannten Brand Registry, als exklusiver Rechteinhaber gesichert. Auf meine direkte Anfrage bei Mould King bestätigte der Hersteller schriftlich, dass für Amazon ein exklusiver Distributionspartner existiert und sie mir für diesen Kanal nicht weiterhelfen können.

Das Ergebnis: Ich musste den Mould King 17007 als „Banane 17007" listen. So nennt das Produkt kein Mensch. So sucht es kein Mensch. Ich hatte die Artikel gelistet, hatte sie bei mir im Lager, hatte sie versandbereit – und war trotzdem unsichtbar. Artikel, die den Markennamen nur als Suchbegriff enthielten, wurden von Amazon deaktiviert.

Was das Recht dazu sagt

Das deutsche Markenrecht kennt den Erschöpfungsgrundsatz, geregelt in § 24 MarkenG. Wer ein Originalprodukt legal erworben hat und es weiterverkauft, darf den Markennamen des Herstellers zur eindeutigen Produktidentifizierung verwenden. Es gibt eine klare Einschränkung: Markennamen dürfen nicht genutzt werden, um Traffic für Produkte zu erzeugen, die man nicht führt. Ich habe die Produkte geführt. Ich hatte sie auf Lager. Ich hätte sie am nächsten Tag versenden können.

Meiner Einschätzung als Händler nach geht das Amazon-Brand-Registry-System in dieser Form über das hinaus, was § 24 MarkenG erlaubt – denn es entzieht seriösen Händlern mit Originalware das Recht zur Markennennung durch ein privatwirtschaftliches Registrierungsverfahren. Ob das vor deutschen Gerichten standhält, ist eine Frage, die Juristen klären müssen. Das LG Hannover hat 2021 in einem vergleichbaren Fall bereits festgestellt – dokumentiert bei Legal Tribune Online vom 27. August 2021 – dass die willkürliche Sperrung eines Marketplace-Händlers den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung darstellen kann.

Warum MisterBrixx einen eigenen Shop hat

Ich habe das Amazon-Projekt abgebrochen. Nicht aus Faulheit, sondern weil das Modell strukturell nicht funktioniert hat.

Bei MisterBrixx bin ich der Händler. Ich entscheide, wie ich meine Produkte nenne, was ich auf Lager halte, wen ich anspreche und zu welchem Preis ich verkaufe. Kein Drittanbieter sperrt mir meine Listings. Kein Algorithmus entscheidet, ob meine Artikel heute sichtbar sind oder nicht.

Was Lumibricks gerade vor Gericht erstreiten muss, habe ich nie gebraucht – weil ich nie so abhängig war. Das ist kein Zufall. Das ist eine Entscheidung.

Wenn du bei MisterBrixx kaufst, kaufst du bei einem Händler, der seine Produkte kennt, der sie selbst gebaut hat, und der morgen noch da ist. Ohne dass jemand dazwischen sitzt.

👉 Alle Klemmbausteine bei MisterBrixx

April 24, 2026 — Boris Schön

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen